
Die Contax N1 wurde 2000 auf der Photokina angekündigt und ist seit Anfang 2001 in Europa im Handel. Die Kamera ist der Auftakt zu einer neuen Serie von Kleinbild-Spiegelreflexkameras mit Autofokus und neuem Objektiv-Anschluß, dem N-Bajonett.
Die Contax N1 wurde 2000 auf der Photokina angekündigt und ist die erste Kleinbild-Spiegelreflex einer neuen Generation von Contax-Kameras. Mit der N1 kam auch ein neues Bajonett, das Contax-N-Bajonett. Neben den neuen Objektiven mit diesem Bajonett kann man mittels eines Adapters auch die Mittelformat-Objektive für die Contax 645 AF nutzen. Die N1 ist eine Autofokus-Kamera, die gleichzeitig eine komplett manuelle Fokussierung erlaubt oder gar eine gemischte Nutzung (manueller Eingriff).
Weltneuheit ist bei der N1 die Serienfunktion für die Schärfeebene (Feinfokus-ABC). Bei kritischen Aufnahmen kann damit sowohl im Aufofokus- als auch im manuellen Betrieb eine Serie von drei Aufnahmen mit einer geringen Verlagerung der Schärfebene erstellt werden.
Abweichend von anderen modernen AF-Kameras zeigt sich die N1 durchaus klassisch. Nutzer alter manueller Kameras vermissen keines der gewohnten beschrifteten Rädchen für die Einstellung der Belichtungszeit oder der Belichtungskorrektur. Erweitert werden die Einstellmöglichkeiten durch einen Knopf für die Umstellung des Fokus, der Belichtungskorrektur für Belichtungsreihen und einen Steuerknopf für die Auswahl des Fokussensors (Mini-Joystick).
Zusätzlich zu den im täglichen Betrieb genutzten Einstellmöglichkeiten können einige Individualfunktionen (wie z. B. die Zeit für den Selbstauslöser) über ein Menü eingestellt werden. Einmal eingestellt kann man die Individualfunktionen eigentlich vergessen, weil man alles, was man normalerweise benutzt, über normale Bedienelemente auf dem Gehäuse einstellen kann.
Was ihre technischen Daten angeht, läßt die N1 eigentlich kaum Wünsche offen. Auch die Bedienungsanleitung ist brachbar und hält fast immer die gewünschten Informationen bereit. In einem Punkt schweigt sie sich allerdings genau wie die Spezifikationen des Herstellers aus: Man findet keine Information über eine vorhandene Spiegelvorauslösung. Die Kamera besitzt aber eine solche, wenn man den Selbstauslöser in den Individualfunktionen von 10 auf 2 s umstellt.
Die N1 besitzt fast alle Merkmale einer Profikamera: Robustes Gehäuse, umfangreiche Einstellmöglichkeiten und viel Systemzubehör wie z. B. auswechselbare Sucherscheiben. Eine als Zubehör Multifunktions-Rückwand ermöglicht das Einbelichten von Daten zwischen die Aufnahmen und gesammelt auf den ersten beiden Bildern eines Films. Neben einem unter das Kameragehäuse schraubbaren Batterieadapter kann ein weiterer Batterieadapter, der es ermöglicht die Batterien/Akkus bei Kälte unter der Jacke zu tragen, über ein Kabel an die Kamera angeschlossen werden.
Im praktischen Umgang mit der Kamera fällt auf, daß der gemischte Betrieb zwischen manuellem Fokus und AF recht praktisch ist. Jederzeit kann man ohne etwas umzustellen wechseln, und der Fokus-Indikator im Bild leuchte auch bei manuellem Fokussieren mit auf, wenn der Fokus erreicht ist. Die zusätzliche Anzeige unterhalb des Bildes wird kaum noch benötigt. Die Bedienelemente der Kamera sind gut zu erreichen und teilweise durch entsprechende Anzeigen im Sucher auch mit dem Auge am Sucher zu bedienen. Durch ihr relativ hohes Gewicht kann die Kamera auch mit einem schweren langen Zoom-Objektiv wie dem 70-300er gut und sicher gehalten werden. Auch für Menschen mit kleinen Händen bereitet der Umgang keinerlei Schwierigkeiten.
Neben den vielen guten Eigenschaften hat die N1 allerdings auch einige Schwächen. Auffällig ist z. B. der relativ hohe Stromverbrauch. Wenn man viel den Autofokus benutzt, kann es passieren, daß die normale Batterie gerade mal für 5 Filme mit 36 Bildern reicht. Man tut also gut daran, immer mindestens eine Reservbebatterie oder einen gefüllten Batterieadapter dabeizuhaben. Eikn zweiter Negativpunkt ist der in manchen Situationen relativ langsame AF.
Mit der Markteinführung der N1 waren zunächst nur zwei Vario-Objektive für das neue Bajonett verfügbar: Ein Vario-Sonnar T 24-85mm/4.0-5.6 und ein Vario-Sonnar T 70-300mm/4.0-5.6. Beide sind wie bei Contax üblich Zeiss-Objektive von hoher Abbildungsqualität. Den beiden Zooms folgten im Jahr 2001 zwei weitere Zeiss-Objektive: Ein Planar T 50mm/1.4 und ein Makro-Sonnar 100mm/2.8. 2002 kamen dann ein weiteres Zoom und zwei Festbrennweiten hinzu, so daß der verfügbare Brennweitenbereich von 17 - 400 mm reicht. Mit dem Adapter NAM-1 können zusätzlich alle Objektive für die Contax 645 an der N1 betrieben werden.
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